Zu viel reisen?

Woran merkt man, dass man ZU viel unterwegs ist?

Nach Island war ich nur drei Tage zuhause. Und da habe ich pausenlos überlegt, ob und wie ich meine geplante Abreise nach England etwas nach hinten verschieben kann. Schließlich habe ich mich nur aus finanziellen Gründen dazu entschieden, den Reiseplan zu erfüllen.

Der Verstand sagte: Cool, England! und das Gefühl sagte: Ich will nicht mehr Zugfahren, Hostel suchen, in dorms übernachten. ….ich will nach Hause!

Der Verstand triumphierte, ich hatte eine tolle Zeit in England.

Dennoch bin ich teilweise wie ferngesteuert herumgelaufen, gerade in Cambridge, konnte gar nicht begreifen, dass ich nicht mehr in Island bin, sondern in Good old Britannia.

Erst auf Lundy konnte ich alles wieder sortieren; dank der körperlich harten Arbeit kam ich wieder im Jetzt an 😀

Einige seltsame Phänomene treten (wieder) innerhalb der Woche in Deutschland auf:

– Ich wache in der Nacht auf und weiß nicht, wo ich bin.

– Ich wache in der Nacht panisch auf, weil ich denke, es hüpfen Mäuse auf der Bettdecke herum. (Es war meine Katze)

– Ich wache in der Nacht auf, und finde den Weg auf die Toilette nicht.

– Obwohl ich auf einem Sessel sitze, denke ich, es schaukelt noch wie im Zug.

– Der Kater faucht mich zur Begrüßung an 😳

– Panik im Auto: Nach dem Automatik in Island habe ich spontan ein Pedal zu viel!!!

– Ich ziehe morgens meine fünf Layer an und schwitze wie blöd (Allgäu). Ich ziehe ein Layer an und friere wie blöd (Ostsee).

– Ich sage auf deutschen Bahnhöfen ‚Sorry‘, wenn ich Leute anrempel (unabsichtlich!) und ‚Excuse me‘, wenn ich vorbei möchte.

– Die Nummerierung im ICE ergibt plötzlich Sinn: Nach der Sitzreihe 42 Fenster, 44 Gang, 48 Gang und 46 Fenster muss zwangsläufig die 51 F, 53G, 57G und 55F kommen 😲😲😲😲.

– Ich freue mich, wenn ich ein deutsches Auto auf der Autobahn sehe und weise den besten Freund der Welt darauf hin. Und zwar ziemlich oft in den insgesamt 21 Stunden Fahrt 😂😂😂😂

– Ebenso freue ich mich, wenn Deutsche im Café neben mir sitzen.

– Ich komme mit der Währung durcheinander. Bäckerei am Bahnhof: ‚Mit dem Schein können Sie hier nicht zahlen!‘ Und wieso schaut die Pfundmünze wie ein Euro aus!!!!

– Ich halte nach einem Pret A Manger Ausschau, wenn ich hungrig bin.

– Ich vergesse, Essen und Trinken auf eine 10-stündige Zugfahrt mitzunehmen.

– Ähnlich wie in England muss ich auch hier beim Straßeüberqueren beide Richtungen schauen. Keine Ahnung mehr, woher das Auto kommen soll!?!?!

– Ich packe kurz vor knapp die Schottland-Sachen; nehme genau das Gleiche wieder mit, denn es hing ja eh grad auf dem Wäscheständer.

– Ich denke: Rechnet es sich zeitlich, für 2,5 Wochen nach Schottland zu fahren?

Reisen bildet, macht aber irgendwie auch bisserl blöd 😂😁😂😁😂😁

10 Kommentare zu „Zu viel reisen?

  1. Vielleicht brauchst du dann ein Sabbatjahr vom Sabbatjahr???
    Ich kann das gut nachvollziehen, da es mir mit dem rechts und links schon so geht wenn ich 2x im Jahr in England bin (wobei, durch den Anglo-German Club bin ich gedanklich ja sowieso jede Woche auf der Insel…). Und dann fallen mir ständig deutsche Worte nicht ein oder ich sage „ich sehe“ anstatt „verstanden“ oder „alles klar“ 😕 Naja, und mit den beiden Arbeitsorten… Wenn Personen aus dem einen Umfeld plötzlich im anderen auftauchen, dann geht im Hirn nix mehr. Ist ja eh alles schon so durcheinander 😂
    Ich wünsche dir, dass du mal wieder etwas zur Ruhe kommen kannst und natürlich, dass alles nach Plan läuft und der angekündigte Schnee nicht zu schlimm wird (na gut, das wünsche ich auch mir, denn wenn ich nicht pünktlich zurückkomme, ist es doof 😉).

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  2. Haha, das mit dem ’sorry‘ und ‚excuse me‘ kenne ich auch. Ebenso dass ich morgens nicht weiß, wo ich bin oder zuerst zur falschen Straßenseite schaue. Aber Reisen ist so erwas Wunderbares! Trotzdem freue ich mich nach (fast) jeder Reise wieder auf zuhause.
    LG Reni

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  3. Mir wird’s schon durcheinander beim Lesen Deines Blogs 😉 Wahrscheinlich – habe ich überlegt – würde ich nicht zwischendurch nach Hause fahren, wenn ich länger unterwegs sein wollte. Was ich auch könnte, weil ich kein Haustier habe und auch sonst keine Verpflichtungen. Tatsächlich finde ich es spannend, dass Du immer wieder an anderen Stränden und Meeren wanderst. Ich glaube eben auch fest, dass andere Horizonte den eigenen weiten. Ich bin Freiberuflerin und müsste mir eine Reisemöglichkeit suchen, bei der ich auch arbeiten könnte. Tatsächlich taste ich mich immer mehr an eine solche Möglichkeit heran. Ach so, beim Überqueren der Straße links und rechts zu gucken, und nicht zu wissen, von wo ein Auto kommen könnte, ist die beste Strategie! Wie viele Unfälle passieren, weil sich die Leute zu sicher sind, dass nix passiert…

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    1. Haha, glaub mir, ich WOLLTE auch nicht nach Hause fahren!!!! 😉 Aber es musste wirklich sein und im Endeffekt hätte die Fahrerei schlimmer sein können – immerhin waren die Züge alle pünktlich ☺
      Ich hoffe, du findest bald eine Verbindung von Reise und Arbeit. Ich korrigiere auch oft in den Ferien und Aufsätze an der Ostsee oder am Gardasee wirken gar nicht mehr so übel 😉😂 Man wird ‚urlaubsmilde‘.

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    1. Ein ganzes Jahr Urlaub 😊 Ich mache ein Sabbatjahr, das spart man an, also ich habe 4 Jahre Vollzieht gearbeitet und 4/5 meines Gehalts bekommen. Dafür arbeite ich jetzt ein Jahr nicht, bekomme aber trotzdem 4/5 des Gehalts. Super System 😊

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