Dahoim im ‚gäu

Es ist warm!

In England/Schottland gab es zwar Sonne, die war aber mehr hell als warm.

Es ist super, ohne drei Lagen nach Draußen gehen zu können. Heute hatte ich nur eine (!) an: T-Shirt und Shorts. Und weil ich es nicht recht glauben konnte, hab ich das Fleece noch in den Rucksack gepackt 😊

Da die ‚Querverbindung‘ im Allgäu mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig ist, fahre ich mit dem Auto an den Weißensee bei Pfronten/Füssen.

Der Plan war, erst am Weißensee entlangzulaufen und von dort aus den Fußweg zum Zirngrat zu nehmen, der mich dann zur Burgruine Falkenstein bringt.

Die Umsetzung war anders, ich bin vielmehr eine Variante gelaufen. Jetzt weiß ich auch, wie diese Varianten entstehen – man verläuft sich und sucht Alternativrouten 😂

Über Forstwege und querfeldein bin ich eine schöne Route gelaufen, kilometerlange Zickzacks, halt nicht zur Burgruine. Aber die Salober Alm war im Endeffekt auch ein tolles Ziel.

Dritter Camp-Tag

Der Alltag kommt ins Camp, die Frühstücksroutine läuft.

Auf dem Weg hoch sind wir uns alle sicher, dass der Pfad täglich steiler und länger wird. Ganz sicher!!!

Ich werde vom Archäologie-Team abgezogen und gehöre nun zum Team Footpath.

Footpath-repair ist eine wichtige Aufgabe. Ist der Weg gut, bleiben Wanderer darauf und die Natur bleibt intakt. Sobald der Pfad nicht mehr attraktiv erscheint, zu eng, unbequem, steil, schlammig, rutschig ist, trampeln Wanderer durch die fragile Natur. Als grobe Richtlinie sagt man, dass ein einziger Meter Weg 50£ kostet.

Ranger Alisdair erklärt die Aufgaben:

Alisdair zeigt James und mir ca 5m Pfad, die zu schmal sind, warum Leute die Serpentine abkürzen und querfeldein gehen. Aufgabe: Pfad ca. 30 cm verbreitern und an der Abkürzungsstelle eine künstliche Barriere aufschütten. Am Schluss soll alles so aussehen, als ob es natürlich gewachsen wäre, man muss also wieder anpflanzen und Gras-Torfecken verlegen.

Es ist harte Arbeit, aber sie macht riesigen Spaß!

Abends sind Mike und ich die Chefs: Würstchen, Kartoffelbrei, Pastinaken, Grünkohl&Brokkoli mit Zwiebelsoße und Banoffee-Pie als Nachtisch.

Allen schmeckt’s 😀

Zweiter Camp-Tag

Voller Tatendrang sind wir wieder an den Ort des Geschehens hochmarschiert. Zum Glück nur mit eigenem Gepäck auf dem Rücken, Werkzeug war schon oben.

Das Wetter war heute sehr mystisch, Nebelschwaden waberten unter uns über den Loch Lomond.

Das ‚tea-kit‘, das jeden Morgen von einem anderen vorbereitet werden muss, wärmt uns auf und bietet Energie in Form von biscuits. Nach zwei Stunden Graben im Schlamm ist das auch höchst willkommen.

Derek, Fraser, Merry, Greg, John, Jay strecken sich in der Pause, da man beim Buddeln Rücken bekommt 😉

Nach der Pause graben wir weiter.

Nach der Lunchpause erklärt uns Derek, wie man vermisst.

Der Archäologe zeigt uns noch die Überreste einer geheimen Wiskey-Destillerie aus dem 17.Jahrhundert, die hier neben einem Wasserfall war.

Spätnachmittags kommt die Sonne heraus und es wird ganz schön warm beim Abstieg.

Spontan finden sich ein paar Verrückte, die sich Mike anschließen, der in den See hüpfen will. Das Wasser hat 8 Grad, dementsprechend lösen wir im Hostel neben dem Jetty große Erheiterung aus 😂😂😂😂😂

Meine Beine sind krebsrot und es fühlt sich nach pieksenden Nadeln an. Dafür ist es beim Herauskommen ‚mediteran warm‘, laut Saz 😂.

Leckeres Chilli wärmt uns auf!

Erster Camp-Tag

Nachdem am Vorabend bei mehr oder weniger lustigen Spielen schon die ersten Gemeinsamkeiten entdeckt wurden, ging am Morgen ‚der Ernst‘ der Woche los 😀

Was wird erwartet vom Camp? Das steht auf den Post-its…. und dahinter: Wein 😁

Um 9 Uhr sollten alle bereit sein: Sandwich geschmiert, Arbeitskleidung angezogen, Regenkleidung im Rucksack, Arbeitshandschuhe und Sicherheitsbrille griffbereit.

Doch die Ranger Alasdair und Fraser und der Archäologe Derek waren gnädig und gönnten uns ein Warm-up: Wir durften den Easter Egg – Trail am History Trail machen, also Rätsel lösen, damit man ein Osterei bekommt.

Hier sieht man die cruck-barn, an der ich in meinem ersten Camp gearbeitet habe

Danach ging es ans Eingemachte: Wir sammelten Werkzeuge zusammen, welche wir ca 150 Höhenmeter über den steilen Ptarmigan-Pfad zum Arbeitsplatz trugen. Das waren ca. 8 Pickel, 10 Spaten, 5 Pinchbars, 4 Plastiktröge, 5 Eimer, archäologisches Kleinwerkzeug und Messmaterial. Wir waren zwar 13 Leute, aber trotzdem war es eine ziemliche Schlepperei. Pünktlich zur Lunchtime kamen wir an.

Camp-Kücken Emma und James mit dem alten Hasen Greg; Leaderin Saz steht lieber
Co-leader Lydia und Merry wollen nicht im Nassen sitzen

Nach dem wohlverdienten Sandwich wurden wir ganz demokratisch mit A, B, A, B…. in zwei Gruppen eingeteilt. Der Archäologe Derek zeigte uns die zwei Stellen, an denen er Gebäudereste vermutete.

Und so gruben wir uns jeweils auf 2 auf 2m großen Quadraten durch Torf und Schlamm.

Ein Haus????

Ranger-Cockadoodle Pepe ist der Supervisor

Derek erklärte uns, dass nur zwei Trenches gegraben werden, um zu sehen, ob überhaupt etwas da ist. Man sucht nach etwas, das ein Datieren erlaubt und kartiert die Grabung . Danach wird wieder zugeschüttet. Man hofft darauf, dass es zukünftig mehr technische Möglichkeiten gibt, ‚Geschichte‘ auszugraben. Derweil wurde die Gegend topografisch vermessen.

Abends gab es leckere Gemüsenudeln und Mikes Geburtstagskuchen zum Nachtisch.

Von Arran nach Rowardennan

Hier bin ich wieder, zurück in der virtuellen Welt😊

Die letzten 10 Tage waren wunderbar, ich habe viel erlebt und gelernt. Seit Samstagabend bin ich trotz streikendem Eurostar wieder zuhause.

Nun kann ich alles berichten, was ich erlebt habe, während die Waschmaschine systematisch mit dem Inhalt meines Rucksacks gefüttert wird.

Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja…..

Von Arran bin ich zu den Rangern nach Rowardennan gefahren. Die Fähre brachte uns von Brodick nach Ardrossan, der Zug nach Glasgow (wo der bFdW in den Bus zum Edinburgh Airport stieg), der Bus nach Luss, das Wassertaxi schließlich an das Ostufer des Loch Lomond.

Die nächsten zwei Tage waren etwas migränig, deswegen hab ich sie mit lesen, Sudoku und kurzen Spaziergängen mit Regenbogensichtungen verbracht.

Adress Lodge, Fairy Hill im Hintergrund

Am Freitag habe ich das komplette Bunkhouse geputzt. Alex, die sich neben Chalets auch um die Ardess Lodge kümmert, war so busy, da hab ich ihr kurzerhand geholfen. 10 Betten abziehen und neu beziehen, zwei Bäder putzen, die Küche auch und dann noch alle Fußböden saugen. Da kommt man ins Schwitzen.

Gegen Spätnachmittag kamen die anderen Teilnehmer des Thistle Camps an. Das ist der Name für die Working Holidays vom National Trust for Scotland. Das Camp war als halb Archäologie und halb Footpath ausgeschrieben.

Es ist immer spannend, die Leute zu treffen, mit denen man während der nächsten Woche so viel Zeit verbringt.

Still alive 2.0

Ich buche irgendwie immer Working – Holidays irgendwo im Nirgendwo!!!!!

Gerade sitze ich im Hostel Rowardennan mit dem TOLLSTEN Blick und missbrauche deren Wifi. Natürlich habe ich noch beide Beine, aber meine Socken sind alle durchlöchert; nur diese nicht, die ist nur stinkig und dreckig.

Die Arbeit ist super anstrengend aber auch sehr rewarding.

Der Archäologie-Teil ist abgeschlossen, wir haben alles ausgegraben, was möglich ist.

Seit gestern bin ich im footpath-team, was mir auch großen Spaß macht.

Natürlich tut jeder Muskel und Knochen vom Hacken und Graben weh, auch der Arbeitsweg von 200-300 Höhenmeter fordert Tribut.

Aber die Gruppe ist super und wir haben eine tolle Zeit.

Bilder und genauste Berichte folgen, ihr könnt gespannt sein.

Fahre am Samstag heim, am Sonntag schleppe ich mich die 5km im Kemptener Stadtlauf entlang, hoffentlich unter 45 Minuten😁. Würde mich freuen, wenn ich viele sehe.

Ben Lomond: Thistle Camp

Heute trennen sich die Wege vom bFdW und mir: Er reist nach Edinburgh, über München heim und ich fahre an den Loch Lomond, wo mich die Fähre von Luss nach Rowardennan schippert.

Zuvor müssen wir noch das Cottage sauber machen und ich trainiere für den 5km-Lauf, der zu Hause auf mich wartet, und jogge zum Geldautomaten – das Zugticket muss noch bezahlt werden 😉

Glasgow ist nass, kalt und ungemütlich, die Suppe bei Pret-a-Manger wärmt mich auf.

Die nächsten Tage…

Ich werde zwei Nächte in der Adress Lodge bei den Ben Lomond-Rangern Alasdair und Fraser (mit Ranger-Cockadoodle Pepe) verbringen. Am Freitag startet dann das einwöchige Archäologie-Camp.

Ich bin schon sehr gespannt, was die nächsten Tage bringen werden. Bestimmt werde ich einige Meilen auf meinem Lieblingstrail West Highland Way unterwegs sein.

Ich hoffe, es gibt Wifi. Falls nicht, kann ich mich erst am Freitagabend, 13.4. wieder melden.

Bis dahin:☺

Steinkreis im Machrie-Moor

Unsere Glückssträhne mit dem Wetter hat ein Ende. Dicke Regenwolken wünschen uns einen guten Morgen.

Der Bus ist bis auf den letzten Platz besetzt mit einer lustigen Rentnertruppe aus Newcastle. Wir rumpeln durch jedes Schlagloch um die ganze südliche Inselhälfte, bis uns die nette Busfahrerin schließlich direkt am Weg zu den Steinkreisen herauslässt.

Der eisige Wind bläst uns bei jedem Schritt einen halben zurück. Regentropfen peitschen uns ins Gesicht.

Doch wir geben nicht auf, wir wollen die Steinkreise UNBEDINGT sehen.

Da sind sie schon! Vor lauter Regen komme ich irgendwie auf den Filter, deswegen sind ein paar Bilder schwarz-weiß.

Auf dem Rückweg treibt uns der Wind nicht zur King’s Cave, sondern in den Machrie Tearoom. Von drinnen schaut das Draußen weniger windig aus und ich mag das Motto:

Der Bus bringt uns über die Nordhalbinsel zum Arran Cheese Shop, Arran Aromatics und Janie’s. Da gibt es Irn Bru-Torte für den bFdW.

A day off

Heute haben uns die fantastische Naomi und ihre Familie zum Lunch eingeladen.

Der Bus brachte uns über Brodick nach Lochranza, wo wir während wir eine leckere Suppe und himmlischen Kuchen verdrückt haben, viel über das Leben auf der Insel erfahren haben.

Zurück im Cottage haben wir das Feuer angemacht und relaxt.

Morgen wird wieder gewandert 😊

An ‚egg’cellent day in/around Brodick

Was für ein fantastischer, toller, schöner, sonniger Ostersonntag!

Ein voller Bus hat uns nach Brodick gebracht, von dort aus ein anderer noch vollerer Bus direkt zum Eingang des Castles.

Naomi und ihre Kinder warteten schon auf uns, wir sind gemeinsam auf Eierjagd gegangen.

Die Rätsel führten uns quer über den Country Park. Es war ein großes Vergnügen für Alt und Jung, wobei nur die Kleinen am Schluss ein Cadbury-Schokoei bekamen.

Brodick Castle ist sehr sehenswert und auch die Gebäude außenherum sind klasse.

Nach einem Sandwich im sonnigen Garten des Tearooms sind die Kinder zum Eierdekorieren gegangen; der bFdW und ich dagegen zum Start des Glen Rosa Circuit.

Diese wunderschöne Wanderung verläuft in einem Glen, das an die Highlands in Zentralschottland erinnert. Man startet nur wenige Minuten vom Gewusel in Brodick entfernt, und doch hat man das Gefühl, irgendwo weit weg von der Zibilisation zu sein.

Das ist das, was Arran so attraktiv macht: Küste und Berge! Was will man mehr?

Und wie beendet man einen wunderschönen Tag?

Bier und Cider

und die abendsonnenbestrahlte Holy Island