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Rügen

Nach einer Woche zuhause, gefüllt mit Familie/Freunde treffen, bin ich nun wieder auf meiner Lieblingsinsel Rügen angekommen.

Der bFdW und ich verbringen eine Woche hier, die Sonne lacht und der kühle Wind ist kein Problem, wenn man flach am Strand liegt😁 Leider sind wir ohne Internet und Wifi. Deswegen werde ich berichten, wenn wir wieder daheim sind.

Aber das ist der Blick von unserem Balkon:

Noch Fragen? 😊😊😊😊

Arrividerci Venezia

Heute muss ich leider Abschied nehmen. 😦

Am besten startet man den Tag so, wie man den letzten aufgehört hat. Und ich meine jetzt keinen Sonnenaufgang im Spritz – Glas sondern ein Treffen mit den vortrefflichen Menschen Margot und David.

Sie holen much an der Vaporetto – Station Zattere ab und wir suchen uns ein schönes kleines Frühstücks-Café am Piazzale Barnabas. Wir fühlen uns wie die Einheimischen, als wir zwischen ihnen durch die Gassen laufen. Allerdings haben die Arbeitsstelle und Schule als Ziele.

Wir verabschieden uns und ich habe noch etwa 3h, bevor ich mein Gepäck holen und zum Bahnhof vaporettieren muss.

Wieder mal laufe ich einfach durch die Gassen und schaue.

Die letzten Souvenirs in Form von Nudeln und T-Shirts muss ich auch noch besorgen. Eine Brotzeit für die 9stündige Zugfahrt wäre auch nicht schlecht: Salat mit Mini-Öl und Miki-Bslsamico 😁

Obwohl viele Menschen in meinen Zug einsteigen, bleibe ich die einzige in meinem Wagon. Sehr seltsam 😒

Im Zug von München nach Kempten sitzen nur Bestrunkene, Bierflaschen zersplittern, es wird gegrölt und es ist eher unschön.

Endlich zuhause 😀

Literarischer Spaziergang

So, ein ganzer Tag Venedig liegt vor mir mit all den Möglichkeiten. Die Entscheidung, was ich tun möchte, fällt mir leicht.

Normaletweise such ich mir zu meinen Reisezielen passende Lektüren: In Cornwall lese ich bonbonfarbene Bücher mit Titeln wie ‚The little bakery on the beach‘, auf den Hebriden die spannende Trilogie von Peter May ‚Blackhouse‘, in Shetland Anne Cleves und in Island tolle Romane von Autorinnen die mit – dottir enden und beispielsweise ‚Die Eismalerin‘ heißen. Dementsprechend lese ich gerade von Luca di Fulvio: Das Mädchen, das den Himmel berührte. Das Buch ist schon seit dem letzten Venedigbesuch auf dem Kindle, aber erst jetzt lese ich es.

Es ist ein historischer Roman, der die Problematik zwischen den Christen und Juden in der Frühen Neuzeit aufgreift, die schließlich zum ersten Ghetto geführt hat. Der Auto ist an diesem Nebenkanal aufgewachsen und hat sich die Geschichte während des Aus dem Fenster-Guckens ausgedacht. Genau mein Fall!

Und so bringt mich das Vaporetto dorthin. Ich mag das Jüdische Stadtviertel sehr gerne, es liegt an einem größeren und belebten Seitenkanal; wenn man durch die engen Tore tritt, befindet man sich in einem Labyrinth mit langen engen Gängen, welche zu einem größeren Platz führen. Dort findet man die Synagoge und das Jüdische Museum (beides sehr empfehlenswert). Angeschrieben ist es sehr unauffällig,

denn noch immer können Juden in Europa nicht sicher leben. Es macht mich traurig, dass auch hier das Polizeihäuschen wieder besetzt ist. Im 21.Jahrhundert eines aufgeklärten Europas!!!!

Wenn man sich aktuelle Diskussionen und Politiker anschaut, glaube ich fast, dass wir nichts aus der Vergangenheit gelernt haben und das Wort Nächstenliebe im so oft genannten ‚christlichen Wertesystem‘ gestrichen wurde. 😦😧😳

Aber ich schweife ab, zurück zu Venedig. Die Hauptperson des Romans lebt hier und beschreibt das beklemmende Gefühl, wenn das Ghetto abends abgeriegelt wird. Das kann man gut nachempfinden.

Ein Mahnmal listet alle Juden aus Venedig auf, die während des 2.Weltkriegs deportiert wurden.

Ich sitze ein bisschen auf dem Platz und lese im Buch weiter.

Danach folge ich der männlichen Hauptfigur nach Murano, was damals eine ’stinkende Insel für die Armen war, von den Reichen der Serenissima vergessen‘. Heute ist es das Glasbläser-Eldorado und ich schaue mir die verschiedenen Figuren an.

Wieder sitze ich auf einem Platz und genieße Sonne und Lektüre.

Danach fahre ich zurück auf meine Insel Guidecca und bin hier noch ein bisschen am Wasser.

Dann mache mich für den Abend fertig.

Um 19 Uhr treffe ich mich mit Margot und David vom Lundy – Camp. Sie starten am Samstag einen Fahrradurlaub und sind jetzt schon da, um Venedig zu erkunden.

Bei Pizza, Spritz und Erzählungen geht der Abend leider viel zu schnell vorbei.

Sonnenuntergang im Spritz-Glas (an dem Piepser war eine grüne Olive)

Lido

Seit ich Thomas Manns ‚Tod in Venedig‘ gelesen habe, war ich mir nicht sicher, was man von der Insel Lido erwarten kann.

Also war das heute mein Ziel, weil ich da noch nie war und weil STRAND.

Um 9 Uhr saß ich im Vaporetto, gegen 9.30 Uhr lag ich dann schon.

Frühstück am Strand

Außer Meer war heute nicht mehr. 😉

Auf zur Lagune!

Ich bin ein Fan von Venedig

Ich bin in Venedig, weil ich hier Zeit verbringen will. Museen habe ich alle schon gesehen, manche sogar doppelt und dreifach (das Guggenheim, der Dogen-Palast). Also erwartet jetzt keine Museumsbeschreibung.

Vielmehr möchte ich in den nächsten zwei Tagen ziellos durch die Gassen schlendern, faul am Lido liegen oder von meiner Hostel-Insel Giudecca hinüberschauen.

Ein bisschen habe ich damit heute nach meiner Ankunft schon begonnen.

Heute war total wenig los, verhältnismäßig wenig Menschen. Aber ich bin eh lieber in den Stadtteilen wie Dorsoduro, wo man noch menschenleere Gassen findet. 😉

Cooking-Class: Pizza und Eis

Auf die Idee bin ich durch eine Unterhaltung mit meiner Schwester gekommen; wir beide üben uns schon seit Jahren im Foccaciabacken und hier schmeckt es einfach viel besser. Wir wissen beide nicht, was hier anders gemacht wird.

Meine Mission lautet: Rezept von dem Kochlehrer bekommen.

Am Treffpunkt finden sich außer mir noch 9 Leute ein: drei Holländer, vier Amerikaner, zwei Engländer.

Gemeinsam laufen wir zurück zur Kirche San Lorenzo, in deren Nähe die Küche ist.

Wir beginnen mit dem Pizzateig. Mehl und in Wasser aufgelöste Hefe werden mit dem Spachtel in faltender Weise vermengt, um das Gluten nicht zu zerstören. Das Salz kommt erst am Schluss dazu, denn auch das verträgt sich mit der Hefe nicht. Damit der Teig nicht austrocknet beim Ruhen, wird er mit Öl eingeschmiert.

Währenddessen wird Schokoladeneismasse hergestellt. Der Unterschied zwischen Gelati und Eis ist, dass man für Gelati mehr Milch als Sahne nimmt (5 Teile Milch auf einen Teil Sahne). Es ist folglich gesünder 😂😂😂😂😂

Und, was mich auch überrascht hat, es wird statt mit Eigelb mit Stärke eingedickt.

Wenn man keine Eismaschine hat, dann soll man die Masse 2h in den Kühlschrank geben, dann kräftig umrühren, dann 4h in den Kühlschrank, kräftig rühren und dann erst in den Gefrierschrank. Dort hält es sich bis zu fünf Tage. Wichtig ist, dass es vor dem Servieren mind 15 Minuten in Raumtemperatur antaut.

Weiter geht es mit der Pizza. Wir ziehen den Teig, belegen ihn und dann kommt die Pizza in den Ofen. Es sei denn, man hat zu wenig Mehl genommen wie ich, dann klebt sie weiterhin auf der Marmorplatte. Als John meine schon vorher unrunde Pizza auf dem Schieber hat, ist sie völlig verformt. Mein Angebot, daraus eine Calzone zu machen, hat er abgelehnt; er wollte es hinbekommen.

Nach dem Backen sind wir alle stolz auf unsere Meisterwerke und hauen rein.

Das Eis und die feierliche Übergabe der Zertifikate bilden einen würdigen Abschluss des Abends.

Florenz: Michelangelo-Groupie

Ich hab schon erwähnt, dass ich Michelangelo toll finde! Und das, seit ich mit Anfang 20 die romanartige Biografie geschrieben von Irving Stone gelesen habe.

Deswegen schmiede ich beim Frühstück einen Schlachtplan zum Thema ‚Michelangelo‚.

Der Tag beginnt mit einem Spazierganz zum Piazzale Michelangelo, der einen auf die andere Arnoseite führt und wunderschöne Ausblicke auf Florenz bietet.

Das ist schon der dritte David hier in Florenz!

Anschließend geht es weiter zur Piazza Santa Crocce mit der gleichnamigen Kirche, die ich allerdings wegen eines Gottesdienstes nur von Außen ansehen kann. Ein Eis beim berühmten Eismacher tröstet mich darüber hinweg.

Als Nächstes geht es ins Museum Bogella. Hier gibt es neben vier Michelangelos

auch noch Statuen von Donatello.

Ich eile über den Domplatz zur Kapelle Medici, denn diese hat nur noch 1h geöffnet. Hier hat der berühmte Florentiner das Grabmahl von seinem Gönner Lorenzo gestaltet.

Eine Verschnaufspause bei einem Iced Soja-Latte ist höchst willkommen.

Danach geht es zurück ins Hostel, denn ich muss mich duschen und umziehen.

Um 18 Uhr fängt meine Cooking-Class an, das Thema lautet ‚Pizza&Eis‘.

Fazit zu Florenz

Ich weiß nicht…..nach 36h hier muss ich gestehen: Ich glaube, ich mag die Stadt nicht. Und das, obwohl ich ein Kunst- und Architekturfan bin!

Florenz, es liegt nicht an dir, sondern an mir!

Ich ertage die Menschenmassen nicht mehr!

Seit ich in den abgeschiedensten Winkeln Englands, Schottlands und Islands war, sind mir Menschenmassen zu stressig. Als Einzelgänger muss man in jeder Straße Pärchen/Familien/Gruppen/Straßenhändlern/Fahrrädern/Pferdekutschen ausweichen und ständig schauen, wo man hinläuft. Der Weg durch die Innenstadt zur Ponte Vecchio und zurück war gestern Abend ein Graus. Laufend wird man angehalten, verschiedene Dinge zu kaufen oder in Restaurants zu essen. Puhhh 😬😧

Es gibt keine Rückzugsmöglichkeit

Ich hab mir gestern in einem Supermarkt ein Salat gekauft. Der Plan war, auf einer Piazza oder in einem Park eine Lunch-Pause einzulegen. Ich bin über eine Stunde gelaufen, nur um festzustellen, dass es hier keine grünen/stillen Oasen gibt. Jede im Stadtpark eingezeichnete Grünfläche kostet entweder 7-10€ Eintritt oder ist privat, hat also eine fette Mauer außenherum. Man braucht in einer Stadt einfach mal etwas Ruhe!

Ach ja…Florenz 😊

Dank meiner hervorragenden Organisations- und Planungsleistung bin ich genau übers Wochenende hier – das kommt davon, wenn man immer nur Daten in die Tabelle schreibt, aber keine Wochentage 😯

Das bedeutet im Klartext: mehr Touristen.

Und es geht sogar noch besser: Am ersten Sonntag des Monats sind die Museumseintritte hier gratis. Man steht also auch mit Einheimischen in LANGEN Warteschlangen, da die Expresseintritte ab diesem Sonntag nicht gelten.

Da ich erst mittags hier ankomme, musste ich für ein Museum entscheiden. Sorry, Uffizien, ich gehe natürlich in die Accademia dell ‚ Arte, als eingefleischter Michelangelo – Fan 😊

Mein gebuchter ‚timeslot‘ ist um 17 Uhr (in der Hoffnung, dass die Tagestouristen schon weg sind!), so habe ich nach dem Einchecken im Hostel noch Zeit, die Stadt zu erkunden. Ich hüpfe die Treppen vom vierten Stock hinunter, da das Motivationsbild bei mir gefruchtet hat:

(Abends übrigens auch wieder hinauf, nicht hüpfenderweise sondern vielmehr slow&steady)

Wider Erwarten ist es schwülwarm und die Sonne scheint – yeahhh 😎

Natürlich zieht es mich magisch zum Duomo. Der ist auch schick:

Weniger schick ist die Schlange vor der Pforte, die sich fast um das ganze Gebäude windet. Morgen werde ich ganz früh herkommen, um die Menschenmassen hoffentlich zu umgehen.

Accademia dell’arte

Ich mag Statuen und hier sieht man die besten 😊

Nämlich den David, von allen Seiten

und die ‚Sklaven‘, die leider unvollendet geblieben sind.

Hier hat man das Gefühl, Michelangelo Buonarotti hatte völlig recht mit seiner Aussage, dass die Figuren im Marmorblock bereits drinnen sind, man müsse nur das unnötige Material wegklopfen. Wenn man davor steht, denkt man tatsächlich, dass die Körper sich herauswinden. Absolut fantastisch!

Rain in May

….und das in Italien 😯

Als ich aufwache begrüßt mich schon wieder ein verregnetes und kaltes Siena.

Der Wetterbericht stimmt mich nicht sehr optimistisch; heute soll es durchregnen und auch die nächsten beiden Tage wird es nicht trocken bleiben. Wenn es wenigstens warmer Regen wäre!!!!!! Aber bei knapp 10 Grad und kaltem Wind ist es eher ungemütlich.

So schlendere ich mal wieder mit meinem rot-weiß-gepunkteten Regenschirm durch die engen Gassen. Ich liebe dieses Labyrinth, es gibt so viel zu sehen. Ich treffe das französische Pilger – Pärchen auf dem Campo, die ähnlich entgeistert ob des Wetters sind. Man stellt sich das eben immer schöner vor bei Sonnenschein 😕

Ein ausgiebiger Kaffe-Schokokuchen-Wifi-Stop in der Bar ‚Bio&Chocolate‘ wärmt mich wieder auf und trocknet Hose und Schuhe.

Weiter geht ’s

Für eine Stunde kann man den Regenschirm zulassen und für 10 Minuten spitzelt sogar die Sonne heraus – da wird es dann auch sofort warm und man kann kurz im T-Shirt sitzen.

Ich kaufe ein paar Mitbringsel ein und sehe mir noch die Crypta des Duomo an.

Die prächtigen Farben und die Einblicke in die Architektur lassen einen das trübe Grau draußen vergessen.

Abends flaniere ich noch etwas, bevor ich zurück ins Zimmer gehe und meinen Rucksack packe:

Morgen geht es nach Florenz 😀