Mein Ostseeweg auf Usedom

Vergangenes Wochenende machte ich mich auf den Weg nach Usedom.

Auf dieser wunderschönen Ostseeinsel fand am Samstag zum ersten Mal der Ostseeweg statt: 55km von Zinnowitz nach Ahlbeck.

Schon der Vorabend war super, da ich mich mich mit lieben Menschen, die ich am Winterweg kennengelernt habe, zum Abendessen verabredet hatte.

Der Tag selbst startete mit Starkregen, der sich zum Glück während des Frühstücks verzog. Am Startbereich traf ich auf 423 gutgelaunte Mitwanderer. Da ich aus den Fehlern des Winterwegs gelernt hatte, reihten wir uns eher am Anfang des Pulks ein, um an den Versorgungspunkten nicht wieder an den Toiletten und den Ständen anstehen zu müssen.

Der Weg selbst war kurzweilig und abwechslungsreich, mal ging es im Wald entlang, mal an der Promenade und auch direkt am Strand.

Schon nach 9 Stunden und 29 Minuten lagen die 55km hinter mir. Ich schätze mal, dass ich davon ca 20 Minuten an den Versorgungspunkten verbracht habe.

‚Dein Ostseeweg‘ ist wirklich eine tolle Veranstaltung. Obwohl ich erst zum zweiten Mal dabei war, erkannte ich schon einige Gesichter wieder. Der Veranstalter Thorsten Dunkelmann ist jederzeit präsent, übergibt die Startunterlagen, schickt die Teilnehmer los und empfängt jeden Einzelnen an der Ziellinie.

Also wer diesen Wanderveranstaltungen skeptisch gegenüber steht, aber trotzdem neugierig ist, sollte mal einen der vielen Ostseewege versuchen.

Vielleicht sehen wir uns ja am Mittsommerweg am 22.Juni?

The final day!

Gestern Abend habe ich den Wanderführer genau studiert, ich wollte so gut wie möglich vorbereitet sein. Was ich da gelesen habe, war nicht gut. ‚Der Sand erschwert ein Vorankommen…‘, ‚Der Weg wird hier nicht so gut gepflegt, Schilder fehlen und man muss sich irgendwie durchschlagen...‘ und ‚Vielleicht können Sie am Truppenübungsplatz/Flughafen vorbei, falls nicht, kommen jeweils 3km an der Straße dazu…‘.

Für all das habe ich keine Zeit! Was nun?

Ich google mögliche Bushaltestellen und Fahrpläne, damit ich bei Zeitproblemen eine Alternative habe. Den Wecker stelle ich auf 6 Uhr.

Einschlafen kann ich nicht.

Die Tatsache, dass ich wahrscheinlich nicht zu Fuß nach Rønne komme, finde ich doof, das war so nicht abgemacht.

Ich erinnere mich, dass ich auf dem Weg zum B&B an einem Schild des Kyststi-Fahrradwegs vorbeigekommen bin. Da standen 26,4km bis Rønne, da der Weg direkter führt.

Das ist wahrlich keine angenehme Lösung, aber sie hilft bei meinem Zeitproblem und erfüllt meinen Wunsch, zu Fuß in der Inselhauptstadt einzulaufen. Plan!!!!

Und so starte ich gegen 7 Uhr….Und laufe knapp über 26km geradeaus auf Asphalt. 😑Schön war es nicht, aber eine gute Übung für Usedom. Interessanterweise habe ich mir eine Blase gelaufen….wegen des Asphalts!

In Rønne war ich bereits kurz nach 11. Wenn es langweilig wird, werde ich zur Wandermaschine!!!! Zum ersten Mal auf Bornholm habe ich Musik gehört, was hilfreich gegen die Langeweile war.

In der Stadt hole ich zuerst meine Kleidung, dann checke ich im Hotel ein, bevor ich im veganen Cafe MoMo die beste Suppe meines Lebens esse: Kartoffel, Lauch, Stangensellerie. Den Nachmittag verbringe ich mit Bummeln und Shoppen: Die coolsten Gummistiefel der Welt sind nun MEINE 😁😁😁

Fazit: Bornholm ist eine Wahnsinns-Insel! Ich bin so froh, dass sie vor der Haustür liegt und ich so einfach hierher kommen kann. Denn das werde ich noch ganz oft machen 😉

Auf, auf…die zweite Inselhälfte Bornholms wartet 😊

Gut ausgeruht schnüre ich kurz vor Acht meine Salomons, bezahle das Zimmer und bin pünktlich auf dem Weg in Richtung Nexø.

Die Küste ist völlig anders als im Norden, hier gibt es weniger Steilküsten&Klippen sondern vielmehr eine Schärenlandschaft.

Der Weg führt nun über Steine, manchmal muss man über Felsen klettern, generell erfordert er höchste Konzentration, damit man nicht umknickt oder fällt.

Die Besichtigung der zweitgrößten Stadt der Insel, Nexø, hebe ich mir für den nächsten Besuch (mit dem bFdW) auf. Der Weg führt gefühlt ewig an der Hauptstraße entlang.

Endlich ist die Stadt durchquert und ich laufe wieder mit Blick auf die Küste. Schneller as erwartet stehe ich in dem Ferienort Balka, wo das langersehnte Strandwandern beginnt. Und das wird die nächsten 20km so sein.

Der Sand ist weiß und so fein, wie ich es noch nie gesehen habe! Die Dänen haben ihn absolut naturbelassen gelassen, es gibt wenig Infrastruktur, versteckt zwischen den Dünen.

Da ich Zeit habe, liege ich zwischen den Dünen windgeschützt in der Sonne, die einen gerade so warm hält. Dennoch hat sie die Kraft, meine Nase Rot zu färben 😑 TaLü hat mich vor jeder Wanderung an die Sonnencreme erinnert …. dieser Job wäre also dringend zu besetzen 😩

Planung

Die letzten Tage habe ich umgeplant, mein Campingspot ist keine Option mehr. Genau wegen dieses Abschnittes hatte ich mich fürs Zelten entschieden, weil es keine (offenen) Übernachtungsmöglichkeiten gibt, welche die Kilometerzahl vernünftig teilen.

So muss ich jetzt bereits nach nur 24km auf dem Kyststi ca. 5km vom Weg nach Norden zum B&B laufen.

Morgen natürlich wieder zurück, was sich mit den 35km morgen auf 40km addiert. Zudem ist mir klar geworden, dass ich meine eingelagerte Kleidung spätestens um 16 Uhr abgeholt haben muss.

Das wird also ein ‚Wettkampftag‘ morgen. 😉

Die Nordküste Bornholms

Nach einer warmen Nacht mit viel Schlaf weckt mich ein wunderschöner Sonnenaufgang 😊 Da springt man gerne aus dem Bett, rein in die Wanderstiefel und ab zum Frühstück!

Bereits um kurz vor Acht bin ich auf dem Kyststi, der heute mal an der Hauptstraße entlang führt, dann direkt an der Küste zahlreiche Höhenmeter macht und durch schöne Fischerdörfer führt. Die vielen Kilometer an der Hauptstraße sind wirklich nur Laufen um des Laufens Willen. Wer hier ist, um die Natur zu genießen, sollte hier den Bus nehmen😉.

Die Klippen stehen heute definitiv im Vordergrund, mal als Kappelle und dann als Dom deklariert. Viele Treppen führen hinauf und hinunter.

Die Wellen brechen den ganzen Tag lautstark an der Küste, der Wind gefriert mir die linke Backe und die linke Hand ein.

Quartier habe ich im Vandrarhem Svaneke gefunden, zelten ist nicht mehr. Grippostad lässt mich weiterlaufen, aber noch eine Nacht im Zelt würde ich nicht aushalten.

Insgesamt bin ich nun die Hälfte der Kilometer gelaufen. Passt 😊

Leider ist meine Bilderladekapazität auf WordPress voll!!!! Muss zuhause schauen, was ich mache. Bis dahin also nur Worte….😑

Coast Path-Feeling an Tag Zwei

Camping

Nachdem ich nach dem Zeltaufbau in eisigem Wind in den Schlafsack geschlüpft bin, fror ich bis Mitternacht und fand keinen Schlaf. Hilft nichts, wieder raus und nochmal eine heiße Wasserflasche gemacht. Den Fleecepulli wickelte ich um meine Füße, die Steppjacke um meinen Bauch, so fand ich ungefähr 4 Stunden Schlaf. Fazit: Die Isomatte ist super, ich habe mich immer auf die kalten Körperteile gedreht, um warm zu werden. Mein Schlafsack dagegen ist für diese Temperaturen nicht gemacht. 😞

Nach einem warmen Frühstück ging ich gegen 8 Uhr los.

Hasle nach Tejn

Der Weg kündigte sich als ‚anspruchsvolle Küstenwanderung auf schmalen Pfaden und vielen steilen An- und Abstiegen an‘. Genau das war es auch. ALLES an der heutigen Wanderung erinnerte mich an den SWCP!!!! Es war genauso anstrengend, windig und natürlich auch spektakulär.Für den ersten 18km-Abschnitt waren im Wanderbuch 9 Stunden empfohlen – und das ist durchaus realistisch, wenn man einige Foto- und Aussichtsgenieß-Pausen macht. Der heftige Wind heute trieb mich voran, sobald ich stehenblieb, wurde mir kalt.Kurz vor Sandvig dreht sich die Wanderrichtung nach Westen, denn man umrundet die Ecke Bornholms. Nun peitscht der Wind gnadenlos an die Backe, die Wellen rollen mit Kraft an den Nordstrand. Es ist wie in Cornwall, fehlen nur die Surfer und die ‚Seeblick-Parker‘, die im Auto sitzend ein Sandwich essen und Zeitung lesen. Meine letzten 10km des Tages führen hauptsächlich an der Hauptstraße entlang, bieten aber gute Blicke auf die Wellen. Da meine Erkältung sich verschlechtert hat, Gliederschmerzen und Kopfweh dazu kamen, habe ich ein Hotelzimmer genommen. Ich hoffe, dass es morgen besser wird und ich die Wanderung noch mehr genießen kann.

Der erste Tag auf Bornholm: Das Amuse gueule

Die Fährüberfahrt von Sassnitz nach Rønne war ohne besondere Vorkommnisse, etwas viel los, aber die 3,5h vergingen recht schnell.

In Rønne wollte ich zuerst meine Rückfahrkleidung in dem Hotel, das ich für den letzten Abend gebucht hatte, abgeben. Obwohl alles abgemacht war, öffnete keiner die Tür. Zum Glück hat mir die nette Dame im Willkommenscenter angeboten, den Beutel aufzubewahren.Nach einem kurzen Abstecher zum Bankautomat ging es auch gleich los.

12 km waren es zur ersten Campingmöglichkeit. Die Blicke waren wunderschön, der Weg gut zu laufen, so kann es weitergehen

Packen für Bornholm

Gefühltes ‚Wintercamping‘ 😁

Zum Glück kommt langsam Routine in die Packerei. Meine Ausrüstung übernachtet im Keller in einem Koffer, deswegen habe ich schnell die Ausrüstung, die mit nach Bornholm darf, zusammen. Und so versammeln sich die Gegenstände, die ich nun seit meinem Schwedenausflug im letzten Juli nicht mehr gesehen haben, munter in meinem Rucksack.

Zwei ‚Neue‚ sind auch dabei: ein nachtblauer Fleeceliner für den Schlafsack, der dessen Wärmeleistung erhöhen soll und ein feuerroter Regenponcho.

Ansonsten sind es alte Bekannte: das MSC-Hubba, Schlafsack, Isomatte, Merino-Schlafwäsche, Mütze, Handschuhe, Wechselunterwäsche, Medikamente (leider zu viel gegen Erkältung! Zum Glück brauche ich die nächsten Tage meine Stimme nicht 😶), Zahnbürste, Powerbank, Kindle, veganer Proviant für 4 Tage.

Ich habe meinen Gelassenheitsrekord geknackt, indem ich erst 5h vor der Abfahrt der Fähre gepackt habe. Ganz sicher habe ich irgendwas vergessen, aber so wichtig wird das Irgendwas bestimmt nicht sein….hoffentlich 😉

Routine schleicht sich ein, die Aufregung und Vorfreude bleibt.

Route: der Kyststi

Auf einem Küstenrundweg muss man sich wegen der Route nicht viele Gedanken machen. Nur einen: Uhrzeigersinn oder Gegenuhrzeigersinn. Die heimliche OCD in mir bestimmt, dass ich natürlich mit dem Uhrzeiger laufen werde. Alles andere würde mir 4 Tage Unbehagen bescheren 😂

Offene Campingplätze hab ich recherchiert, die Shelter-App ist auf dem Handy, die Fähre legt in Rønne an. Fertig geplant 😁😁😁

Dann kann es losgehen…😊

Schulweg…mal anders

Heute habe ich den Sonnenschein genutzt, um eine Trainingseinheit einzuschieben.

Ich bin nach der Schule direkt gestartet und mit dem Bus von Sassnitz nach Mukran gefahren, um von dort aus nach Hause zu laufen.

Verschiedene Wanderberichte im Internet führten unterschiedliche Kilometerangaben an, deswegen war ich gespannt, wie weit es sein würde.

Bei etwas diesigem Wetter ging ich in Mukran direkt am Strand los. Tiefer Sand und diverse Steine erschwerten das Vorankommen, aber ich kam der prägnanten Mauer von Prora immer näher.

Kurz vor Binz wurde es immer sonniger und ich konnte der einladenden Strandbar nicht wiederstehen. Pause mit Zucker und warmen Vitaminen!!!

Südlich von Binz führt der Weg vom Strand weg zum Hochufer, wo man ständig auf und ab durch die Granitz wandert. Das ist einer meiner Lieblingswege auf Rügen.

In Sellin gab es wieder eine Pause auf der berühmten Seebrücke. Der bFdW, der mir entgegenlief, und ich ließen es uns in der Sonne gut gehen. Das einzige vegane Gericht auf der Karte heißt ‚Spiderman‘ = Pommes 😁😉

Der nächste Abschnitt führt uns wieder am Strand entlang nach Baabe.

Die letzten Meter nach Göhren legten wir auf dem befestigten Weg zurück, ich war zu müde zum Sandlaufen und um vor Wellen wegzuhüpfen.

Insgesamt wurden es 23km, ein schöner Start ins Wochenende.

120 in 4

Meine Beine jucken, ich muss dringend für den 55km-Marsch auf Usedom trainieren. Zum Glück sind bald Osterferien, also genug Zeit für einige Märsche.

Von Rügen aus fährt eine Fähre 3,5h auf die dänische Insel Bornholm, die man zu Fuß umrunden kann. Und das will ich machen.

Für die rund 120 Kilometer habe ich vier Tage Zeit, weswegen der Ausflug ‚120 in 4‚ heißt. Macht Sinn, oder?😉

Planung

Die traditionellen Tagesetappen der berühmten Bornholm-Rundt des Kyststi variieren von drei bis 7 Tagen.

Die offizielle ‚Wettkampf-Runde‘, die immer im Juli stattfindet, fordert drei Tage von den Wanderern. Man beginnt mit 30km, dann folgen zwei Tage mit 40km und 50km.

Die siebentägige Etappeneinteilung kann nur zur Hauptsaison gegangen werden. Das liegt daran, dass man dann in kleinen Ortschaften mit Übernachtungsmöglichkeiten ankommt, die teilweise noch geschlossen sind. Auch die Buslinien 8 und 9, welche die Wanderer und Strandbesucher im Süden an die Strände bzw Startpunkte verteilen, fahren erst ab Mai.

Mein Weg

Ich bin nicht im Wettkampfmodus, deswegen habe ich vor, gemütliche vier Tage zu brauchen. Das Zelt im Rucksack beschert mir Flexibilität.

Aber auch mit Zelt ist man etwas eingeschränkt, da man in Dänemark nicht wildzelten darf und daher auf offizielle Zeltplätze angewiesen ist. Dennoch kann man doch ein bisschen mit den Kilometern jonglieren, was ein Vorteil ist. Zudem kann man auch je nach Tagesform entscheiden, ob noch ein paar Kilometer in den Beinen stecken oder eher nicht.

Inzwischen habe ich eine Liste erstellt, von den Campingplätzen, die schon geöffnet haben und die Shelter-App zeigt mir zusätzlich, wo ich übernachten kann.

Jetzt kann das Packen losgehen 😊

Bornholm – ich freu mich