Roadtrip durch Island

Island im Januar und Februar!!!

Wie kommt man auf so eine Idee?

Das ist leicht beantwortet: Als der bFdW und ich im Jahr 2016 die Sommerferien auf Island verbrachten, habe ich so viele Dinge auf meine To-Do-Liste gekritzelt, die man nur im Winter machen kann. Da standen dann Nordlichter, Eishöhlen, Dunkelheit, Einsamkeit und Co.#

Die ausführlichen Berichte kann man im Blog nachlesen. Die Verlinkungen dazu sind im Text. 

Und so kam es, dass ich zum ersten Mal richtige Wintersachen anschaffte, in meinen Deuter packte und im Januar den Zug nach Norden bestieg.

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AnreiseEine Seefahrt, die ist…..

Aufgrund meiner noflying-policy nahm ich den Zug nach Hamburg, von dort den Zug nach Aaborg, um von dort letztendlich zum Fährhafen nach Hirtshals zu reisen. Die Smyril-Line fährt zwei Mal pro Woche von dort über die Faröer nach Seyđisfjođur. Auch wenn die Überfahrt als ‚Minikreuzfahrt‘ angepriesen wird, muss man sich klar sein, dass das Schiff ist, was es ist: eine Fähre. Es gibt allerhand Annehmlichkeiten an Bord, um sich die zweitägige Reise zu verschönern: Außenbar, Hottub, Fitnessstudio, Schwimmbad, Kino, diverse Bars, Konsolenspieleraum, Alleinunterhalter, Bingo usw. Am schönsten ist es allerdings, draußen zu sitzen, wenn man an Shetland und den Faröern vorbeifährt. Diese mächtigen Inselgruppen thronen majestätisch im Meer und trotzen den wilden Wellen

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Wenn man im Sommer per Fähre anreisen will, und sich durch die Mitnahme von eigenen PKW die Kosten für den PKW sparen will, sollte unbedingt im Dezember des Vorjahres buchen. Im Winter trifft man nur Trucker und eine Handvoll Touristen auf dem Schiff.

Einstellen sollte man sich auf heftigen Wellengang, Sommer wie Winter! Auf Island kann man ein Pflaster kaufen, das man hinter das Ohr klebt – das ist mit das Einzige, was gegen Seekrankheit hilft. Des Weiteren muss man mit erheblichen Verschiebungen der Abfahrtszeiten rechnen: Hin ging das Schiff statt Samstag 10 Uhr, Montags 24 Uhr; zurück statt Mittwoch 20 Uhr, Dienstag 18 Uhr (wodurch ich es verpasst habe; in der Folgewoche fuhr es Mittwoch 12 Uhr statt 20 Uhr).

Winter

Oh ja, schon als ich gegen Mitternacht vom Schiff gehe, erwartet mich die im Schneefall magische Hafenstadt Seyđisfjođur. Eine nette Dame vom Hotel holt mich mit dem Auto ab und bringt mich in das ‚upgegradete‘ Gebäude.

Nach einer erholsamen Nacht suche ich am nächsten Morgen gegen 9 Uhr in Dunkelheit das Café, wo es Kaffee gibt. Ich sitze hier bei Kerzenbeleuchtung, beobachte den Schneefall und es ist genauso still und friedlich, wie ich es mir ausgemalt hatte. Das Organisatorische wie Busfahrt nach Akureyri Seyðisfjörður to Akureyri am Folgetag und ein Supermarktbesuch ist schnell erledigt. So genieße ich den Tag mit Schneespaziergängen, einer heißen Dusche, Tee und einem guten Buch.Seyðisfjörður

Reisetage

Schon öfters habe ich erwähnt, dass Reisetage ziemlich nervig sein können. Man ist gestresst, ob alles klappt, sitzt stundenlang auf seinem Hintern, muss um Anschlüsse bangen, umorganisieren usw. In Island ist es haargenau so, nur VIEL EXTREMER. Da es keine Züge gibt, die im Winter zumindest einigermaßen zuverlässig fahren, baut das Land auf Langstreckenbusse. Die fahren im Winter drei Mal pro Woche, wenn es die Straßenbedingungen zulassen. Das erfährt man im Internet, vor Ort oder einfach durch Ausprobieren. Man steht also da und hofft das Beste. Während meines Reiseverlaufs hatte ich alles: pünktliche, ausgefallene, abgesagte, verschobene, nicht abgesagte aber trotzdem nicht erschienene, rutschende, drehende und ersetzte Busse. So ist das eben im Winter. Höhepunkt war, als ich für die 7-stündige Fahrt von Reykjavik nach Akureyri 4 Tage brauchte!!! Er fährt…..wahrscheinlich!

Plan B nötig? Weitere Planungen

Ganz anders

Selbst Autofahren ist übrigens ähnlich nervenzerfetzend. Täglich wird auf safetravel.is angezeigt, ob die Straßen frei und befahrbar sind, oder nicht. Die Schneestürme haben fast jeden zweiten Tag Autos auf Pässen unter sich begraben und die vielen Rettungsmannschaften leisten unmenschliches. Es ist wirklich riskant zu fahren und auch hier muss man viel Zeit und Entscheidungsfreude mitbringen. Roadtrip nach Vik Ich habe es als sehr, sehr stressig und anstrengend empfunden und war nach wenigen Stunden Fahrt total fertig mit den Nerven! Roadtrip von Akureyri über Bifröst….

Sehenswürdigkeiten

Neben den klassischen ‚Must-dos‘ wie Wasserfälle, Schlammblubbler, Vulkankrater, Eislagune, Diamondbeach usw gibt es im Winter noch andere.

  • Akureyri

Hier ist man im Winter gut aufgehoben. Es ist nicht ganz so groß wie die Hauptstadt, alles ist „erlaufbar“ und doch gibt es im Bereich FreizeitThermalbäder, Kultur Akureyri: meine Herzchen-Stadt und Essen viel zu erleben.

Natürlich ist auch im Winter hier Party angesagt. Touristen über Touristen fordern auch zu dieser Jahreszeit ein Angebot an Aktivitäten. So fand zum Lichterfest ein 5km-Lauf Die Mail vom isländischen Marathon-Club!statt, es gibt zahllose Museen, der Karikaturist Hugleikur Dagson hat eine Lifeperformance abgeliefert und und und.

…haben im Winter einen besonderen Reiz. Dem Gullfoss ist kalt

  • Das Nordlicht

Das magische Naturschauspiel ist ebenso beeindruckend wie schwierig zu finden. Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, dann kommt es schon vor, dass man es übersieht. Ich habe mehrere Nordlichttouren mitgemacht und es zum Glück erleben dürfen. Aber ich habe auch gelernt, dass Menschen es unterschiedlich wahrnehmen. Während andere einen grünen Schimmer ausmachen können, sehe ich nur weißes Licht. Erst auf den Fotos, mit der richtigen Einstellung der Kamera, kann man Grün und Violett sehen. Aurora Borealis

  • Eishöhlen

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Auch hier könnte man ohne guided Tour rein, wenn man weiß, wo sie sind und wenn man die richtige Ausrüstung besitzt. Es ist ein tolles Erlebnis, man befindet sich inmitten eines gefrorenen Sees.19 Stunden unterwegs zur Eishöhle

  • Hundeschlittenfahren

Nicht unbedingt wichtig in Island, aber ich wollte es eben machen. Dog-sledding

  • Die beeindruckende Winterlandschaft in dem schönsten Licht, das man je gesehen hat.

Hier kann man nicht nur die Auswirkungen eines Vulkanausbruchs sehen, sondern auch Toti den Puffin. Gestrandet auf der Puffin-Insel

Der erste Inseltag

  • Fun und Action

Höhlentour UND Schnorcheln…SERIOUSLY?????

Funfacts und Kurioses

Day-trip to lake Myvatn

Whalewatching-Tour

 

Obwohl ich nach der Island-Reise froh war, dass ich es nach Hause geschafft hatte, bekomme ich jetzt beim Durchsehen der Bilder direkt wieder fernweh nach diesem tollen Land. Aber vielleicht doch im Sommer? Im Winter nach Island? – NEIN

Auch jetzt denke ich, dass es im Winter eine Reise wert ist. Aber man muss sich vorher schon mal darauf einstellen, dass nicht alles nach Plan verlaufen wird und man sollte VIEL Zeit mitbringen. Im Winter nach Island? – JA