Sonntagsbummelei

Die ersten Schulwochen sind vorbei, die Wohnung ist (mehr oder weniger) eingerichtet, der Alltag zieht langsam ein.

Es wird also Zeit, die neue Heimat etwas bessere zu erkunden. Heute drehten wir nur eine kleine Runde in Göhren, am sogenannten Nordperd.

Auf dieser kleinen Landspitze hat man einen tollen Blick auf die Greifswalder Bucht und Usedom.

Der ideale Sonntagsspaziergang 😀

Härsjö nach Vero….ähhh Vittsjö

….oder so ähnlich!

Wenn ich etwas gelenkiger wäre, hätte ich mir heute in den A…. gebissen!!

Nur 20km standen auf dem Tagesprogramm, nach 8km sollte ich in Vittsjö ankommen. Dort wollte ich Vorräte aufstocken und Wasser auffüllen. Ich habe nur noch 200ml und das ist eh schon zu wenig. Hier im Wald haben die Shelter keine Wasserquellen mehr, deswegen muss ich schauen, wie ich bei der Hitze um die Runden komme.

Gutgelaunt stapfe ich los, folge den orangefarbenen Markierungen. Wie schon die letzten Tage läuft man hauptsächlich Forstwege geradeaus durch den Wald, was absolut öde ist.

Plötzlich wird mir bewusst, dass ich schon ca 1km keine Markierung mehr gesehen habe. Nach einem kurzen Blick auf die Karte, denke ich zu wissen, wie ich den Weg wieder finde.

Tatsächlich erscheint nach 2km wieder der erste Pfeil. Juhu!

Doch dann stehe ich an einer Straße, an der ich laut Karte nicht stehen sollte! Es gibt kein Ortsschild und ich habe absolut keinen Schimmer, wo ich bin.

Eine Haustür steht offen, ich höre Stimmen. Ich rufe ‚Hallo!‘ und ein älterer Herr erscheint. Er riecht extrem nach Alkohol und weiß auch nicht, wo er wohnt. Aber er sagt, ich solle nach links gehen.

An einer Kreuzung hält ein Monteur an und zeigt mir auf dem Navi, wo ich bin. Statt 10km in den Osten bin ich 10km in den Süden gelaufen.

Er deutet die Straße entlang und sagt, dass ich in 5km auf eine Bushaltestelle stoßen werde, da fährt ein Bus nach Vittsjö.

Völlig genervt laufe ich los, Autos rasen vorbei, eins davon schlingert in Schlangenlinien und hält 500m weiter an. Es fährt rückwärts, wobei es die komplette Straßenbreite braucht: der Mann aus dem Haus wollte sicherstellen, dass ich richtig laufe und will mich fahren. Yiieeekk! Ich lehne ab!

Ein deutsches Auto parkt 2km weiter am Straßenrand und ein Paar mit Hunden kommt gerade zurück. Sie beschließen, mich nicht auf der Straße in praller Sonne laufen zu lassen und fahren mich nach Vittsjö.

Nach dem Besuch im Supermarkt laufe ich zum Shelter am See.

Mir wird klar, was das Problem war: in Härsjö kreuzt der ‚Nord-Süd-Leden‘, alle Teile der 5 Skåneleden haben orangefarbene Markierungen! Und so bin ich den falschen Wwg gelaufen. Wie dumm kann man sein????

Ich, völlig genervt, beschließe, am See zu übernachten, denn der nächste Shelter ist wieder im Wald.

Und so sitze ich da und denke, dass ich genug vom Wald habe. Ich will keine Forstwege mehr laufen und den ganzen Tag Bäume ansehen.

Ich bin jetzt 14 Tage gelaufen und es reicht….es ist genug.

Und so beschließe ich, dass das mein letzter Wandertag hier war, genieße den Abend und köpfe zur Feier mein letztes Portionsdöschen mit veganer Nutella 😁

Örkelljunga nach Härsjö

Die Nacht war okay, ich stehe ohne Kopfweh auf und packe zusammen. Die Sonne lacht (mal was Neues 🤣) und um 8 Uhr stehe ich abmarschbereit am Trinkwasserhahn und fülle mich und die Flaschen mit dem kühlen Nass.

Die ersten 10km vergehen wie im Flug und das Shelter am See wäre ein schöner Übernachtungsplatz. Aber es ist noch zu früh am Tag und so ist es eben ein toller Pausenplatz.

Die nächsten 10km gehen auch gut, aber dann meldet sich mein Kopf wieder.

Wie ferngesteuert laufe ich die letzten Kilometer der 30km-Etappe und bin sogar schneller am Shelter als erwartet.

Das Hubba ist schnell aufgestellt, dann Medizin und schlafen. Gegen 23 Uhr schrecke ich hoch, denn 30 Pfadfinder fallen ein und stellen ihre Zelte auf.

Einer von ihnen SCHNARCHT!

Koarp nach…..Örkelljunga

Heute war mein Ziel etwas undefiniert. Ich laufe nun von Trinkwasser zu Trinkwasser, wodurch ich nicht ganz so flexibel bin und die Etappenlängen stark variieren.

Ich laufe zunächst nach Örkelljunga, wo es einen Campingplatz (mit DUSCHE!) gibt. Vor Ort entscheide ich, ob ich hier bleibe oder die 8km zum nächsten Shelter laufe.

Ich komme schlecht in Tritt, mein Kopf meldet sich und so entscheide ich mich für den Campingplatz. Aufgrund ein paar Umwege addieren sich plötzlich unerwartete 5km zu den 23km dazu.

Der Campingplatzbesitzer ist super nett und gewährt mir einen ‚kleines Zelt‘-Rabatt, so zahle ich statt 19 Euro nur 14.

Beim Duschen (HERRLICH! Nach 5 Tagen voller Schweiß und beschränkten Waschmöglichkeiten!) merke ich, dass eine Migräne heranzieht.

Folge: Tabletten, hinlegen und hoffen, dass sie gnädig verläuft.

Die Nacht ist furchtbar, der Kopf hämmert und ich schlafe erst gegen 4 Uhr ein.

Båstard nach Koarp

Ab heute bin ich wieder Alleinwanderin. Diana läuft zum Bahnhof, ich nach Koarp.

Ich habe mir vorgenommen, genauso weiterzulaufen, wie bisher. Ich gönne mir Schattenpausen, lege mich mittags kurz hin und ‚renne‘ nicht zum Etappenziel.

Der erste Anstieg ist steil und knackig, die

Aussicht dafür wunderbar.

Dann geht es über Planken durch den Wald und plötzlich stehe ich hier:

Auf die Verblüffung folgt die Freude über einen Frühstückskaffee.

Durch den Wald geht es weiter, die 29km vergehen wie im Flug. Und so bin ich schon um 16 Uhr am Shelter.

Dort ist ein Vater mit seinem 5-jährigen Sohn, die ein Männerwochenende machen. Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs.

Ich schlafe ohne Innenzelt im Shelter, was mir eine kalte Nacht beschert.

Torekov nach Båstad

Von einer Mitübernachterin aus Essen erfahren wir, dass unser Plan hinfällig ist. Obwohl wir wussten, dass der nächste Shelter gerade abgebaut und verlegt wird, wollten wir dort trotzdem nächtigen. Fräulein Essen berichtete uns aber, dass es wohl Ärger mit dem Grundbesitzer gab, weswegen wir da lieber nicht zelten wollen.

Deswegen steht nun unsere bisher längste Etappe auf dem Programm.

Wir laufen zeitig los, gönnen uns Schattenpausen, kalte Getränke in Hovs Haller und genießen die Waldetappen.

Båstad ist wohl gerade der ‚place to be‘ in Schweden, wie ich später erfahren habe. Hier sind wohl auch die Restaurant-Preise die höchsten in ganz Schweden.

Wir liegen in der Nähe des Strandes und beobachten das Treiben: Volleyball, Zirkeltraining auf der Nebenwiese, Aufbau für einen Marathon.

Der Shelter liegt am Stadtrand und an einen steilen Abhang.Schikane nach einem harten Wandertag!

Um 1 Uhr nachts leuchtet ein Mann mit Taschenlampe in den Shelter, ich bin sofort hellwach. Er geht wieder und läuft unterhalb Kreise. Ich stehe auf, gehe hinunter und frage, was er will. Er sucht seine Schlüssel, die er verloren hat. Misstrauisch beobachte ich ihm die folgenden 2(!) Stunden, mit meinem Wanderstock bewaffnet.

Laaaange Nacht!

Gryteskär nach Torekov

Puhh….das ist mal eine heiße Etappe!!!!

Da das Wasser am Shelter grün aus dem Pumpbrunnen kam, lautete die erste Mission: Wasser auffüllen.

Wir laufen in sengender Hitze, die zwischen dem Schild steht, am Meer entlang. Der Vogelgeruch ist extrem und der schöne Blick aufs Meer lenkt nur bedingt ab.

In Torekov angekommen geht es erst zum Supermarkt und dann zum Shelter. Der Strand wäre sehr einladend, aber wir wollen raus aus der Sonne.

Ich habe selten Netz…

…außerdem muss ich den Akku schonen, weil ich beim Zelten keinen Zugang zu einer Steckdose habe. Bisher leistet meine Solar-Powerbank sehr gute Dienste (Danke an den Physiklehrer 😘).

Gestern sind wir in Båstard angekommen, einen Tag früher als wir dachten.

Heute ist meine Schwester abgefahren und ich streuner jetzt alleine von Westküste zur Ostküste. Das faule Strandleben hat jetzt ein Ende, wobei ich auf Badestrände an den Seen hoffe 😉

Ich melde mich, so oft es geht.

Grüße aus Sverige

Fårhult, Utvälinge und Ängelholm

Heute liegen die letzten paar Kilometer des Kullaledens vor uns. Das Wetter ist wie jeden Tag prima, ein Mann sagte uns, dass es das auch die kommende Woche so bleiben wird.

Der Weg führt durch Ufer- und Schilfgebiet, die Hitze steht, aber die vielen Wasservögel lenken ab. Trotz allem war das für mich das am

In Utvälinge hört der Kullaleden, der ein Teil des Skåneleden 5 ist, auf, der Skåneleden 1 startet 7km entfernt in Ängelholm. Wir nehmen den Bus in die Stadt.

Ein netter Ornithologe mit seinem Hund unterhält uns an der Bushaltestelle und zeigt uns den Weg zum Vandrarhem: Heute schlafen wir luxuriös in einem Doppelzimmer und es gibt die erste Dusche seit dem Start der Wanderung 😉😆

Das Städtchen Ängelholm ist nett, versorgt uns mit Soja-Latte und Lebensmittel für das Abendessen. Wir kochen Spaghetti mit Gemüsesoße.